Geschichte der Husaren

Wie so viele Koblenzer Karnevalsvereine entstanden auch die Gülser Husaren aus der katholischen Jugend. Im Jahr 1978 reifte bei einigen Gülser Jugendlichen der Gedanke, ihre karnevalistischen Aktivitäten weiterzuentwickeln und einen unabhängigen Karnevalsverein zu gründen. Nach einigen Vorbesprechungen kamen weitere interessierte junge Leute hinzu und man entschloss sich zu einer Gründungsversammlung. Diese fand am 30. März 1978 statt.

Nach lebhaften Diskussionen über das Erscheinungsbild des neuen Vereins einigte man sich und kam zu folgendem Ergebnis: Es sollte eine Garde entstehen, die eine blau-weiße Husarenuniform trägt. Blau-weiß wie das Gülser Wappen. Nun fehlte noch der Namen des neuen Vereins. Unter zwei Vorschlägen entschied man sich für „Gülser Karnevalsverein 33. Husarencorps Koblenz“.

Die Zahl 33 wählte man, weil das Gülser Postamt damals die Nummer 33 trug. Im Laufe der Zeit war der Name den Leuten zu lang. Im Volksmund sagte man nur noch „Gülser Husaren“. Diese Bezeichnung wurde dann auch Anfang der 90er Jahre als offizielle Vereinsbezeichnung in der Satzung festgeschrieben.

Aber zurück zur Gründungsversammlung im Jahre 1978. Es wurde eine Vereinssatzung beschlossen und ein Vorstand gewählt. Dieser setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender: Harald Geilenkirchen
2. Vorsitzender: Johannes Dommermuth
3. Vorsitzender: Johannes Raffauf
Schriftführer: Thomas Mohrs
Kassierer: Edgar Lotzer

Die Ziele des neu gegründeten Vereins waren zu diesem Zeitpunkt in erster Linie die Pflege des karnevalistischen Brauchtums in seiner Gülser Prägung. Darüber hinaus wollte man sich natürlich am Vereinsleben beteiligen. Zum ersten Mal traten die Gülser Husaren 1978 beim Blütenfest mit einem Festwagen im Umzug an die Öffentlichkeit. Vorrang hatte natürlich die „geliebte Gölser Fassenacht“. So konnte bereits in der Session 1979 eine Garde mit 17 Uniformierten am Karnevalsgeschehen teilnehmen. Wenn man hier erwähnt, dass das Uniformiertencorps zum 11-jährigen Bestehen mit 32 Uniformierten, über das 22-jährige Bestehen (2000) mit 72 Uniformierten, bis aktuell 84 Uniformierten einen gewaltigen Aufschwung genommen hat, so sollte man ebenfalls erwähnen, dass alle Uniformierten zu jeder Zeit Ihre komplette Uniform selbst bezahlt haben. Die erste Karnevalssitzung fand am 21. Februar 1978 (Mittwoch vor Schwerdonnerstag, Traditionstermin der KAJU-Sitzung) statt.

Bei dieser ersten Husarensitzung wurde eine mittlerweile große Tradition ins Leben gerufen. Seit diesem Zeitpunkt verleihen die Gülser Husaren einmal jährlich das Ehrenkreuz an eine Person, die sich um die „Gölser Fasenacht“ verdient gemacht hat und ernennen ihn oder sie zum Ehrenhusaren bzw. zur Ehrenhusarin.

Ein wichtiger Abschnitt in unserer noch jungen Vereinsgeschichte begann 1979, als der erste Husaren-Rosenmontagswagen durch die Koblenzer Straßen rollte. Nach dieser Session wurde der Verein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval. Die Zugehörigkeit zur AKK brachte die Öffnung zum Koblenzer Karneval hin und ermöglichte die Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen über die Gülser Grenzen hinaus.

In der Gründerzeit bildeten sich auch die ersten Aktiven-Gruppierungen für Tanz, Büttenreden, Wagenbau und Rosenmontag. Bis heute hat sich diese Entwicklung kontinuierlich fortgesetzt. Der Verein verfügt mittlerweile über sechs Tanzgruppen, eine starke Redner- und Sängergruppe sowie eine sehr engagierte Handwerkergruppe im Wagen- und Bühnenbau.

An all diesen Aktivitäten ist zu erkennen, dass die Gülser Husaren Jahr für Jahr die Sitzungen aus ihren eigenen Mitgliederreihen bestreiten können. Es sind ausschließlich Akteure der Gülser Husaren auf der Bühne. Darauf sind wir sehr stolz und möchten diese Tradition mit eigenem „Gülser Flair“ auch gerne beibehalten.

Auch beim Gülser Blüten- und Weinfest sind die Husaren aktiv. Erstmals 1980 wurde die Blütenkönigin von einer Husarengarde begleitet. Dies ist zur Tradition geworden und wird bis zum heutigen Tag gepflegt. Immer größer wurde im Laufe der Zeit die Rolle der Husaren nicht nur im Gülser Vereinsleben. So entstand 1982 aus dem Gedanken der Verbundenheit zu vielen anderen Karnevalsvereinen die Idee zu einem närrischen Manöver. Zu diesem Gardetreffen fanden sich jährlich bis zu 40 Vereine mit weit über 700 aktiven Karnevalisten in Güls ein. Nach einem Umzug durch Gülser Straßen traf man sich im Mosel-Tanz-Palast zu einem bunten Manöverball. Diese Veranstaltung wurde jährlich bis Anfang der 90er Jahre durchgeführt.

Eine der tragenden Säulen der Gülser Husaren ist das Uniformierten-Corps. Als Dankeschön für den Einsatz das ganze Jahr hindurch wurde der „Corps-Orden“ ins Leben gerufen. Er wird seit 1984 beim Karnevalsauftakt an Uniformträger überreicht, die fünf Jahre dem Corps angehören.

Der Verein „Gülser Husaren“ wuchs mit seiner steigenden Beliebtheit. So wunderte es nicht, dass man 1988 erstmals eine zusätzliche Sitzung durchführen musste. So kam es fast zwangsläufig, dass die traditionelle Mittwochsitzung ab 1992 auf einen Samstag verlegt wurde. Beide Sitzungen waren und sind bis heute sehr beliebt und fast immer ausverkauft.

Im Jahr 1989 stand das erste Großereignis an. Neben dem närrischen Jubiläum „11 Jahre Gülser Husaren“ wurde uns die Ehre zuteil, erstmals in der Vereinsgeschichte Prinz und Confluentia für den gesamten Koblenzer Karneval zu präsentieren. Prinz Detlef von Gulisa (Detlef Koenitz) und Confluentia Sylvia (Sylvia Möhlich) bildeten ein Prinzenpaar der Extra-Klasse: repräsentativ, charmant und schlagfertig. Ganz Güls war stolz auf die Husaren. Viel Lob und Anerkennung wurde dem jungen Verein in seinem Jubiläumsjahr zuteil. Das wirkt sich auch auf die Mitgliederzahl aus: Sie wuchs zwischen 1989 und 1999 um 140 auf 360 aktive und inaktive Husaren. Diese Mitgliederzahl ist bis heute stabil.

Angeregt durch unser geliebtes Gölser Platt und die Verbundenheit zu unserem Heimatort starteten die Husaren 1991 eine weitere Aktion: Husaren Präsident Franz-Josef Möhlich und Büttenredner Wilfried Ohlenmacher avancierten zu „Schriftstellern“ und schrieben das Buch „Ich soon dir wat of Gölser Platt“. Ein kleines Werk über alte und neue Gölser Mundart, Spitznamen und Episödchen. Auch das war eine Aktivität, die unserem Verein über Gülser Grenzen hinaus Anerkennung brachte. Illustriert wurde das Buch von Peter Neisius. Seine Karikaturen ließen die Idee für eine Ordensserie entstehen, die alte Begriffe aus dem „Gölser Platt“ auf originelle Weise am Leben hält.

Ab 1995 fand die weit über Koblenzer Stadtgrenzen hinaus bekannte Husaren-Power-Party am Karnevalssamstag im Mosel-Tanzpalast statt. Mit dieser etwas anderen Karnevalsparty hatten wir die Herzen vieler getroffen und freuten uns über Jahre über ein ausverkauftes Haus. Nach 20 Jahren endete die Geschichte der Husaren-Power-Party. Das Konzept entsprach nicht mehr dem Zeitgeist. Seit 2014 feiern wir am Karnevalssamstag das „Husaren Gewerjels“. Bei dieser Partysitzung gibt es ein abwechslungsreiches Programm aus Musik und Tanz, das sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Kurz nach dem 22-jährigen Jubiläum des Vereines stellten wir mit großer Freude zum zweiten Mal Prinz und Confluentia in unserer Heimatstadt Koblenz. Prinz Franz-Josef (Möhlich) aus Spaß an der Freud und Confluentia Heike (Piepiorka) begeisterten Güls und Koblenz. Ganz Güls war im Prinzenfieber und hat begeistert mitgemacht. Sei es bei der Inthronisation, dem 1. Fackelzug durch Güls oder am Rosenmontag. Auch der krankheitsbedingte zweiwöchige Ausfall des Prinzen konnte diese Euphorie in Güls nicht bremsen. Im Gegenteil, man stand zusammen und hat diese schwere Zeit gemeinsam gemeistert.

Eine große Zäsur in der Geschichte der Gülser Husaren war die Schließung des Moseltanzpalast Hommen im Jahr 2005 und kurz darauf auch der Wegfall des Saales Trennheuser. Es musste eine neue Veranstaltungsstätte her. Die Sitzungen außerhalb von Güls durchzuführen war für uns nicht denkbar. Zum Glück konnten wir den Turnverein Güls dafür gewinnen, uns die vereinseigene Turnhalle für die Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Das notwendige Equipment (Bühne, Bestuhlung, Boden für die Halle, Dekoration) wurde in einem wahren Kraftakt und nur Dank der großen Unterstützung vieler Freunde und Sponsoren angeschafft. Heute können wir rückblickend sagen, es war der richtige Schritt. Die Turnhalle wird in der Karnevalszeit zur Husarenarena und ist einer der schönsten Veranstaltungsorte in Koblenz.

Am 28.08.2012 wurden die Weichen für den nächsten Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte gestellt. Wir stellten uns dem Auswahlverfahren für die Prinzengestellung in der Session 2015/2016. Es ist uns gelungen die Jury der AKK zu überzeugen und nach umfangreicher Vorbereitung stellten wir mit Prinz Frank (Kreuter) von Güls am See und Confluentia Melina (Möhlich) erstklassige Tollitäten für unsere Heimatstadt Koblenz. Ganz Güls war dabei und die Unterstützung gerade aus unserem Heimatstadtteil war phänomenal. Es war eine einmalige Session (nicht nur wegen des ausgefallenen und nachgeholten Rosenmontagszuges), die die Beteiligten nicht vergessen werden.

Nun fiebern wir dem nächsten Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, unserem 4 x 11 jährigen Jubiläum im Jahre 2022 entgegen.